Die Beerdigungskosten – so weißt Du, was auf Dich zukommt

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Hat man Dir schon einmal gesagt, dass der Tod das teuerste am Leben sei? Ganz so falsch ist das bei Weitem nicht und selbst die preiswerteste Beerdigung kann so locker mehr als 1000,- Euro verschlingen. In Zeiten des Schmerzes und der Trauer will man sich aber nur sehr ungern mit den Kosten auseinandersetzen, aber trotzdem wollte ich das Thema gerne anschneiden. Es wird uns früher oder später alle betreffen, davon können wir uns nicht freisprechen. Doch wenn dem so weit ist, möchte ich Dir ein wenig helfen, damit Du die Kosten in etwa berechnen kannst, erkennst, woran sich diese bemessen und Du der deutschen Bestattungspflicht natürlich auch in dem Radius, der dafür vorgesehen ist, nachkommst. Wenn Du dich also schon immer gefragt hast, wie man die Kosten errechnet oder wieso es so teuer ist, jemanden zu beerdigen, gibt es hier die Antworten.

Wonach sich die Kosten für eine Beerdigung in Wirklichkeit richten

Als hättest Du es im Todesfall nicht schon schwer genug, kommen da auch noch dicke Ausgaben dazu. Nicht zu vergessen, dass manch ein Mensch Wünsche hat, wie er/sie beerdigt werden möchte. Daran möchtest Du dich natürlich halten können, aber was soll all das kosten und wonach richten sich die Kosten? Ich möchte mal aufzeigen, wie in Wahrheit die Beerdigungskosten berechnet werden beziehungsweise woran sie maßgeblich bemessen werden. Vielleicht wusstest Du einiges oder hast bei einigen Thematiken angenommen, dass es so ist und jetzt gibt es die Antworten.

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Der Friedhof entscheidet über die Kosten:

Hast Du eigentlich schon einmal davon gehört, dass je beliebter und zentraler der Friedhof ist, die Kosten in die Höhe schießen? Doch genau so ist es. Es gibt in der Tat beliebtere Friedhöfe in Deiner Region und diese werden kostspieliger für die Bestattung sein, als beispielsweise der Friedhof am Ende der Stadt beispielsweise in einer sozialschwächeren Gegend. So traurig die Realität ist, aber so sieht es in der Tat aus.

Die Art der Bestattung ist maßgeblich für weitere Kosten verantwortlich:

Wie möchte der Verstorbene beerdigt werden? In einer Urne und anonym? Das wäre wirklich die billigste Variante, die es derzeit wohl deutschlandweit gibt. Eine Urne mit Grabstein? Selbst diese ist noch preiswerter, als wenn der Verstorbene ein Sarg- mit Grabstätte wünscht. Du siehst selbst, dass die Art der Beerdigung auch noch eine wichtige Rolle bei der Kostenberechnung einnimmt. Eingeäschert zu werden, kann also auch noch günstiger sein, als verstorben im Grab zu liegen. So einfach machen die Menschen aus dem Tod Geld!

Die Beerdigungskosten beeinflusst Du maßgeblich mit:

Neben den Wünschen eines Verstorbenen, ob dieser eingeäschert und anonym beerdigt wird, entscheiden Hinterbliebene noch etwas mit. Trauerfeier? Grabrede durch professionelle Priester? Trauerfeier in einer Kapelle? All das sind weitere Kosten, die Du mit einbeziehen musst. Was passiert nach der Beerdigung? Der bekannte Leichenschmaus, auch dieser kostet eventuell und bitte denk immer daran, wollte das die verstorbene Person wirklich oder nur Du/Ihr, um euch etwas besser zu fühlen.

Familiengräber sind preiswerter, als Einzelgräber:

Möchtest Du mit Deinen Kindern oder Verwandten gemeinsam beerdigt werden? Familiengräber sind bereits ausgehoben und entsprechend vorbereitet. Hinzu kommend, dass sie preiswerter im Einkauf sind, als wenn für jeden weiteren Verstorbenen ein neues Grab ausgehoben werden muss. Vielleicht ist dies eine Möglichkeit, gemeinsam bei den Liebsten zu sein? So erkennst Du natürlich sofort, wo sich die meisten Kosten wirklich verstecken und wie diese sich im Todesfall zusammensetzen. Nicht immer haben Verstorbene eine Versicherung oder Ersparnisse hinterlegt, um die Kosten zu decken, was bedeutet, dass Hinterbliebene bezahlen müssen. Du kommst um die Kosten nur dann herum, wenn Du beispielsweise Rentner bist, Hartz IV oder Arbeitslosengeld I bekommst. Dann musst Du dies nachweisen und das Job Center zahlt in aller Regel beziehungsweise das Sozialamt die Kosten. Sogar für eine würdevolle Beerdigung.

Wer kommt für die Kosten der Beerdigung eigentlich auf?

Viele Hinterbliebene sind sich uneinig darüber, wer wirklich die Kosten für eine Beerdigung zahlen muss und wer nicht. Schon § 1968 BGB ist hier eine hilfreiche Information, die besagt, dass die Erben für die Kosten aufkommen müssen. Wenn diese aber nicht da sind, verändert sich auch normalerweise die Reihenfolge der Kostenübernahme durch Verwandte. Ich möchte Dir daher helfen zu erklären, wann wer aufkommen muss und wann Du vielleicht nicht aufkommen musst. Folgende Reihenfolge steht bei der Kostenübernahme derzeit im Raum.

Erben
• Notariell beglaubigte Personen, die dazu verpflichtet wurden, sich um die Hinterlassenschaften
und Beerdigung zu kümmern
• Unterhaltspflichtige
• Der Staat

Wenn Deine Schwester/Mama oder Dein Papa/Bruder z.B Dich damit vertraglich per Notar oder Testament beauftragt hat, sich um die Beerdigung zu kümmern, dann bist es Du, der dafür auch aufkommen muss. Selbst die Reihenfolge der Erben kann das meist nicht beeinflussen, weil dem Staat der Wunsch des Hinterbliebenen, wenn er schriftlich festgehalten wurde, wichtig erscheint. Ansonsten sind die Erben stets die ersten, außer, wenn sie das Erbe ausschlagen. Wann muss der Staat aufkommen? Zum Beispiel, wenn die Hinterbliebenen es sich nicht leisten können oder Hinterbliebene nicht auffindbar sind. Auch bei Familien, wo der Vater nie Kontakt zum Kind hatte oder der vor Jahren abgebrochen wurde, kann dies der Staat übernehmen. Dagegen musst Du allerdings sofort mit dem Anwalt vorgehen, wenn eine entsprechende Forderung auf Dich zukommt.

Nach einer Beerdigung können weitere Kosten folgen

Jetzt weißt Du natürlich schon, was für Kosten auf dich bei der Planung zu kommen. Doch auch weitere Kosten können je nach Art der Beerdigung auf Dauer auftreten. Zum Beispiel dann, wenn Du eine Grabpflege nutzt und regelmäßige Blumen durch einen Floristen aufs Grab legen lässt. Das kostet natürlich Geld. Auch kostet ein gängiges Grab pro Jahr Gebühren bei der hiesigen Kommune, sodass Du auch dies immer in Deine Wunschvorstellung für Dein Ableben im Bezug auf Deine Kids und Hinterbliebenen beachten solltest.

Der Tod kann doch als das teuerste am Leben bezeichnet werden

Es ist doch nicht so abwegig, dass der Tod teuer ist. Es kommt natürlich immer darauf an, was Du Dir für Dein Ableben wünscht oder Deine Verwandtschaft. Möchtest Du wirklich, dass Deine Kinder am Ende viel Geld für die Pflege bezahlen müssen? Glaubst Du wirklich, dass sie regelmäßig dort sind? Wie war es bei Dir, als ein geliebter Mensch verstorben ist? Man sollte wirklich gut planen, was man bei der Beerdigung unnötig empfindet und was notwendig. Um eine Bestattungspflicht kommst Du nicht herum, aber es muss nicht immer zu teuer sein, wenn Du es für unnötig empfindest. Jetzt wo Du weißt, was an Kosten auf dich zu kommen werden, kannst Du Deine bisherigen Planungen ja nochmals überdenken. Trotz des schwierigen Themas hoffe ich natürlich für Dich und Deine Liebsten, dass Ihr lange bester Gesundheit bleibt.

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Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 21.04.2019)

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