Plötzlicher Todesfall – diese Schritte solltest Du schnell durchgehen

Todesfälle sind in den wenigsten Fällen ein Thema, womit wir uns arrangieren können. Das liegt vor allem daran, weil sie meist plötzlich und unerwartet geschehen. Selbst nach langer Erkrankung ist es für uns noch immer ein Schock. Bei vielen ist der Schock des Verlustes einer geliebten Person derart schwer, dass sie in eine regelrechte Schockstarre verfallen. Doch auch in diesem Moment ist es oftmals so, dass von einem verlangt wird, sich zumindest kurzfristig am Riemen zu reißen, um gewisse Grundfragen rundum den Verstorbenen zu beantworten. Wir versuchen, es Dir hier ein wenig leichter zu machen, damit Du nicht an alles denken musst oder etwas vergisst. Vielleicht hilft es Dir, in Deiner Trauer nicht ganz allein auf Dich gestellt zu sein.

Die Suche nach dem Testament und wichtigen Unterlagen

Jegliche Trauer ist nachvollziehbar. Nie werden wir uns selbst wenn wir es durch eine lange Erkrankung erahnen an diesen Tag gewöhnen können, wo wir jemanden verlieren. Der Staat und die Bestattungspflicht ist das aber herzlich egal und deswegen müssen wir leider alle in den sauren Apfel beißen und bei aller Trauer gleichzeitig in den Hinterlassenschaften wühlen. Solltest Du dies nicht können, lass es doch vielleicht Deine beste Freundin oder Deinen besten Freund tun, wenn Dir das zu heftig im Moment ist. Schließlich könntest Du auch auf Bilder stoßen, die Erinnerungen erwecken etc. Wonach Du suchen solltest? Es wäre hilfreich, wenn ein Testament da ist, um alles weitere zu regeln, oder ein Dokument, welches vor Ort ist, wie auch die Beerdigung zu regeln ist. So kannst Du direkt einen Überblick gewinnen, was zu tun ist oder was der Verstorbene sich gewünscht hat. Hier ist es immer ratsam, die Unterstützung von Freunden mit in Anspruch zu nehmen, weil die Trauerbewältigung so etwas leichter fallen kann.

Die Sterbeurkunde musst Du binnen 3 Werktagen beim Standesamt abholen

Innerhalb von 3 Werktagen musst Du es geschafft haben, beim Standesamt vorzusprechen, um die Sterbeurkunde zu erhalten. Leider ist auch das in Deutschland eine strenge Regulierung, um der wichtigen Bestattungspflicht nachzukommen. Wusstest Du eigentlich, dass sogar eine Leichenschau in der Bestattungspflicht bindend ist? Allerdings nur dann, wenn es noch nicht zu einem Konservierungsprozess gekommen ist. Auch das wissen viele nicht und natürlich sind die Hinterbliebenen wie Kinder, Enkel, Bruder, Schwester, Mutter oder Vater an erster Stelle, wenn es um die Pflichten nach dem Todeseintritt geht. Leider ist es hier den Behörden völlig egal, ob Du jetzt gerade in Trauer bist oder der Stress Dir zu viel wird, weil Du alles alleine regeln musst. Jedenfalls habe ich persönlich diese Erfahrung mehrfach erleben müssen, sodass ich Dir wirklich rate, mit Freunden durch die Bürokratie und persönlichen Unterlagen daheim zu gehen. Das macht es für dich wahrscheinlich auch ein wenig leichter.

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Kümmere Dich bitte um die Verträge des Verstorbenen

Du musst dich leider in Deiner tiefen Trauerphase auch um die Mietverträge, Stromverträge, Handyverträge & Co kümmern. Denn diese laufen ja sonst weiter. Dazu brauchst Du aber zwingend die Sterbeurkunde, weil Du im Regelfall diese als Nachweis im Kündigungsschreiben mit einfügen musst, damit man Dir glaubt, dass die verstorbene Person, so makaber es klingen mag, auch wirklich Tod ist. Denn Du wirst es leider nicht glauben, aber viele haben versucht, ihren eigenen Tod vorzutäuschen, um so aus Verträgen zu kommen.

Informiere bitte rechtzeitig die jeweiligen Versicherungen

Hat der Verstorbene eine Lebensversicherung oder eine Sterbegeldversicherung? Auch dann musst Du mit der Sterbeurkunde sofort diese kontaktieren. Denn diese schauen sofort nach, wie es mit der Auszahlung aussieht, damit dies auch rechtzeitig geschieht. Hier heißt es je nach Versicherung schnell sein, weil Du natürlich auch die Kosten für eine Beerdigung berücksichtigen musst. Hinzu kommt, dass einige Versicherungen eine Frist von 48-Stunden setzen und in dieser Zeit musst Du die Versicherungen informiert haben. Ich weiß natürlich, dass Dir dazu wenig der Kopf steht, aber leider sind das die Richtlinien einzelner Versicherungsgesellschaften. Ruf einfach telefonisch an, informiere die Versicherungen und dann wirst Du erfahren, ob eventuell noch eine schriftliche Bestätigung folgen musst. Aber in aller Regel reicht die erste Meldung innerhalb der 48-Stunden per Telefon aus, dass Du danach den Totenschein noch per Post schickst, ist meist für Versicherungen selbstverständlich, damit sie dies in ihren Unterlagen ebenfalls vermerken können.

Jetzt kannst Du die Planungen der Beerdigung und Trauerfeier in Angriff nehmen

An dieser Stelle möchte ich Dir vom Herzen mein Beileid ausdrücken, wenn Du eine Person verloren hast. Ich weiß, dass meine kleine Checkliste ernüchternd ist, aber für viele ist sie nicht selbstverständlich und Zeit ist hier entscheidend. Erst jetzt hast Du in Ruhe Zeit, die Beerdigung schnellstmöglich zu planen und die Trauerfeier, wenn dies vom Verstorbenen überhaupt so erwünscht ist.

Autor: Tina Müller (übertragen an Marcel Rübesam am 08.05.2019)

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3 Kommentare

  1. Ohja dem Artikel kann ich beipflichten. Es gibt gewisse Versicherungen, die echt ätzend sind und kein Verständnis für Trauer haben. Auch die Ämter haben es uns nicht leichter gemacht.

    In solch ein Situation den kühlen Kopf zu behalten, ist schwer, aber vielleicht hilft der Artikel ein wenig dabei

     
  2. Ich habe das 2010 mitgemacht, mein Bruder ist gestorben und seine Frau und Kinder hatten das Erbe abgelehnt.
    Ich habe mich dann aber schnell eingearbeitet und bin heute Erbschafts Profi.
    Aber auch bei den Behörden habe ich einen guten Draht.

    Falls jemand Hilfe möchte, gerne.
    Gruss Olaf

     
  3. Leider gerade aktuell in meinem engsten Kreis. Danke dass du Mensch in dieser traurigen Situation mit deinem blog unterstützt, denn viele sind dabei ganz auf sich alleine gestellt und man kann dann schnell den Überblick verlieren.

    LG Mafalda

     

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